Saisonauftakt 2026
mit Flaggenparade und Jahreshauptversammlung
Geschwaderfahrt nach Arnis (WSG)
Gemeinsam mit dem SCGB brachen einige Aktive unseres Clubs am 14. Juni 25 mit Ihren Booten zu einer "Geschwaderfahrt" nach Arnis auf - Ein Launiger Törn der am Abend in Arnis in "Spechts Speisewirtschaft" seinen geselligen Abschluss fand! Hier einige Impressionen:
Die Reise der "SCORPJON" nach Riga 2007
Reisebericht Riga 2007
Den nachfolgenden Bericht verfasse ich als Dank an meine
Crews für deren Umsicht und Engagement vor allem auf den
Langstrecken und Nachttörns sowie in kritisch erscheinenden
Phasen. Natürlich auch für nachfolgende Crews als
Orientierungshilfe für den Einstieg in eine längere Distanz
auf See.Den Abschnitt Missunde-Gdansk (Danzig) erwähne ich
hier nur kurz, da dieser im Törnbericht„Gdansk 2004“
ausreichend beschrieben ist und sich keine
Veränderungen ergeben haben. Außer vielleicht eine
Begegnung der 3. Art mit einer WAVEHUNTERIN
(Wellenjägerin) in Leba. Aber das ist eine andere
Geschichte. Allerdings habe ich in diesem Jahr
Wladyslawowo (Großendorf) und in den letzten
3 Jahren Ustka (Stolpmünde) nicht besucht und
kann somit über diese Häfen keine neuen
Erkenntnisse mitteilen.
Am 01.06.2007 kommt Wolfgang aus Eberswalde
in Missunde an Bord. Wir gehen in einer Woche
über Maasholm, Burgtiefe Timmendorf/Poel
und Wendorf/Wismar (Besuch bei
Anita und Jenner) nach
Warnemünde/Hohe Düne.
Bei moderaten Winden und
zumeist Sonnenschein ein
Sonntagssegeln.
In Warnemünde kommen am 09.06.2007 Juni Peter und Werner aus Potsdam an Bord. Peter ist Wiederholungstäter, war aber vor einem Jahr nicht dabei.
Wir gehen wegen ungünstigem Wind erst nach Kühlungsborn, wieder nach Warnemünde und über Barhöft, Neuhof und Lauterbach nach Greifswald/Yachtzentrum. Das Wetter war nicht mehr so besonders mit sehr unterschiedlichen Windstärken und Richtungen und einem Regentag.
Vom 17. 06. bis 30.06. segel ich einhand von Greifwald nach Gdansk. In Darlowo (Rügenwalde) die zweite Begegnung der 3. Art auf dieser Reise. Die „Schieter“ und die „Pangani“ aus unserem Yachtclub bereits auf der Rückreise von Gdansk. Es wurde ein sehr schöner Abend. Ich habe viel Zeit und nutze in Kolobrzeg (Kolberg) und Leba mehrere Hafentage für große Wäsche, Reinschiff und Einkäufe.
Gdansk beglückt mich wie in den letzten Jahren mal wieder mit schlechtem Wetter.
Montag, 02.07. 2007. Volker kommt an Bord. Mit dem Flieger von Lübeck nach Gdansk in 1 Stunde, Bus und Taxi vom Flughafen zum Boot brauchen 2 Stunden. Da kommt Freude auf. Nach einem Hafentag in Gdansk gehen wir am 04.07. nach Hel als Starthafen für die 110 sm nach Klaipeda. Sauwetter.
Donnerstag, 05.07.2007. Ich habe keinen vernünftigen Wetterbericht und so verlassen wir uns auf einen Wetterbericht des deutschen Nachbarbootes. Das erste und einzige Mal, das ich ohne aktuellen (von mir gefälschten) Wetterbericht eine Reise antrete. Mein Obersteuermann hat wohl auch nichts von einer Front mitbekommen. Wir gehen mit 3 weiteren (größeren) Booten in kurzem Zeitabstand gegen Mittag aus Hel. Nach flauen Winden tagsüber briest es gegen Mitternacht bis auf 7 Bft. auf. Halber Wind, ca. 3-4 sm steuerbord querab in Lee die Seegrenze von Kaliningrad (Königsberg).
Volle Segel oben, Gustav (Selbststeueranlage) hat keinen Bock mehr und das Deckslicht brennt nicht. Ich habe Schiss, in stockdunkler Nacht bei ca. 2,50 m Welle an Deck zu gehen um das Groß einzudrehen. Bleibt nur eins, Genua zur Hälfte einrollen und die Pinne in die Hand nehmen. Geht doch, satte 8 kn Fahrt. Wir können fast bis zum Morgengrauen die Hecklichter der vor uns segelnden Boote sehen. Der Spuk dürfte wohl so 2-3 Stunden gedauert haben. Ich hatte kein Zeitgefühl.
Freitag, 06.07.2007. Nach einer wohl überholten Information aus dem Vorjahr auf der Suche nach dem Immigrations-Office legen wir erst nach einer Stunde herumirren in den Hafenanlagen von Klaipeda im Yachthafen „Old Castle Port“ um ca. 09.00 Uhr an. Die Einklarierung findet jetzt im Gegensatz zu früher im Yachthafen statt. Wir haben einen knackigen Anlegeschluck verdient. Jetzt erst zeigt mir Volker ein Loch in seinem Kopf, blutverschmiert. Er hat sich beim raussammeln meines Südwesters aus der Hundekoje fürchterlich den Kopf an der Ecke eines Schapps gestoßen und hat nichts gesagt. Ich bin heute noch froh, dass er nicht umgekippt ist. Am Nachmittag erkunden wir die City von Klaipeda. Aber wir finden fast nichts. Am „Ännchen von Tarau“ vorbei sind wir wohl in die falsche Straße eingebogen. Menschenleere Prachtstraßen, exklusive Läden, alles geschlossen und kein Supermarkt. Und das an einem Freitag 18.00 Uhr. Sehr merkwürdig das Ganze. Nach ca. 1,5 Std. werden wir doch noch fündig. So runde Füße hatte ich schon lange nicht. ..... und die See hat uns wieder
Sonnabend, 07.07.2007. Mit runden Füßen laufe ich nicht und so segeln wir bei WNW 5-6 nach Liepaja (Libau). Schönes Segeln, allerdings auch mit Regen. Nach nunmehr gut 160 sm in 3 Tagen beschließen wir mindestens einen Hafentag einzulegen. Zumal die Sanitäranlagen im neuen „PROMENADE HOTEL“ die Besten an der ganzen Küste sind. Waschmaschine, Trockner und Nutzung des PC mit Internetzugang im Hotel runden das Ganze ab. Der Anleger liegt mitten in der Stadt, das Einkaufszentrum gleich um die Ecke. Liepaja lohnt sich und wir bleiben noch einen Tag, auch wegen des schlechten Wetters.
Dienstag, 10.07.2007. Wir segeln bei mäßigem Wind nach Pavilosta (Paulshafen), Regen. Etwas dürftiger Steg am kommunalen Anleger aber sehr gutes Restaurant und moderne Tankstelle. Es begrüßt uns Wolfgang aus Deutschland, der in Diensten der Gemeinde stehende Hafenmeister. Hier haben wir das erste Mal leichte Probleme mit der Landeszeit, da diese der Bordzeit um eine Stunde voraus ist. Die Radfahrer auf dem Europäischen Fernradweg Bordeaux-Riga sind hier eingekehrt und spät dran. Das Restaurant hat bis 20.00 Uhr Landeszeit geöffnet und die Herren bestellen erst jetzt. Meine 18 Borduhren zeigen 19.00 Uhr (MESZ). Die ausnehmend hübschen Kellnerinnen sind leider sauer.
Mittwoch, 11.07.2007. 16.30 Uhr fest Ventspils (Windau). Wir ergattern den letzten Bojenplatz. Dürftige Sanitäranlagen, Damendusche defekt und wir kommen nicht in die Stadt, da uns der Weg zu weit erscheint. Im „Küstenhandbuch Baltikum“ steht da etwas ganz anderes.
Donnerstag 12.07.2007. Segeln um 05.15 Uhr aus Ventspils bei SE 4-5 zur Umrundung Kolkas, der Nordspitze Lettlands, um das 65 sm entfernte Roja zeitig zu erreichen. Hat sich gelohnt, Restaurant und Supermarkt gleich um die Ecke. Die wunderhübsche Kellnerin hat uns anschließend im Supermarkt hervorragend beraten.
Freitag, 13.07.2007. Wir motoren 90% der Strecke nach Engure. Kleiner, wohl in der Entwicklung befindlicher Hafen mit lediglich 2 Festmachebojen aber sonst alles vorhanden.
Die "SCORPJON" auf Polenreise
Da ich erst recht spät von dieser gemeinsamen Reise erfahren habe, konnte ich wegen der notwendigen Vorbereitungen erst am 17. Juni starten. Die ersten Teilnehmer der Geschwaderfahrt waren schon um den 4. bis 7. Juni aufgebrochen. Die „BONNIE“ mit Skipper Fritz Schmale und Crew habe ich am 19. Juni in Stralsund überholt.
Dank günstiger Winde und etwas erhöhtem Tempo habe ich die führende Yacht „NUFFA“ nach 7 Segeltagen und einem Hafentag am 24. 06. in KOLOBRZEG (Kolberg) eingeholt. Von den anderen Teilnehmern der Geschwaderfahrt war weit und breit nichts zu sehen. Um Zeit zu sparen, habe ich im Gegensatz zu einigen anderen Seglern keinen Abstecher in das Stettiner Haff unternommen. Die „NUFFA“ und die „SCORPJON“ sind ab KOLOBRZEG nach GDANSK und zurück bis SWINOUJSCIE im Konvoi geschippert. Ich hatte noch nie so viel Spaß wie auf dieser Reise. Im Sommer 2005 plane ich eine Reise auf der SY „SCORPJON“ über Polen in das Baltikum, bei entsprechender Resonanz mit 1 – 2 Mitseglern.
Der nachfolgende Reisebericht wird mit freundlicher Genehmigung des Verfassers, Ludwig Michelsen, dem Eigner der legendären Segelyacht „NUFFA“ (die mit der Galionsfigur), Initiator dieser Geschwaderfahrt und 2. Vorsitzenden des ASC in Kappeln, in unserer Homepage veröffentlicht.
Elmar Mnich, SY „SCORPJON" MiYC
Polen 2004 - Starkwind, Stimmung, Sonne!
Der SCE Eckernförde will eine Geschwaderfahrt nach Danzig machen! Diese Nachricht elektrisierte mich. Wenn die das können, dann können wir das auch! Immerhin hatten die Eckernförder ihre letzte Geschwaderfahrt nach Oslo gemacht- bei guter Beteiligung. Also streckte ich die Fühler aus, die beiden netten Sekretärinnen vom SCE hingen meine Flyer am schwarzen Brett des SCE aus, und alles schien gut zu laufen.
Einige ASCler sowie WSGler hatten sich auch schon angemeldet. Dann das Aus für die SCEler: Wegen der Schießgebiete vor Polens Küste. Die Segler vom SCE Eckernförde wollen in diesem Jahr ihre Geschwaderfahrt nun doch gen Norden machen, über Göteborg in den Vänernsee. Na ja, dann eben nicht! (Diese Info war falsch, wir durften alle Sperr- und Schießgebiete durchfahren). Jetzt mussten nur noch die Crew- Wechsel vereinbart werden, denn außer mir hatte keiner so lange Zeit. Zwei Monate hatte ich mir mindestens vorgenommen- reichlich viel Zeit, wie sich später herausstellte.
Am Mittwoch, 9. Juni ging’s los. Zuerst nach SCHLEIMÜNDE, der ideale Absprunghafen. Mit an Bord die Powerfrau Sabine aus Hamburg. Ich weiß nicht, wieso, aber immer, wenn Sabine an Bord ist, scheint die Sonne. Wirklich! Am nächsten Morgen war frühes Wecken angesagt, 4.00 Uhr! Nach einem äußerst üppigen zweistündigen Frühstück geht’s Richtung FEHMARN, ca. 47 Meilen. Wind WSW 2, glühende Hitze. Wir laufen unter Autohelm 6,5 Knoten und schlürfen ab 12 Uhr Rosé Wein. Dann schläft der Wind ein, unter der Sundbrücke laufen wir nur noch 1,9 kn. Maschine an! Darauf hat eine auf dem Zündschlüssel sitzende Wespe nur gewartet und sticht mir in den Finger. Mist! Ich tauche den Finger in Essig und fluche ausgiebig. Kurz darauf liegen wir am BURGSTAAKENer Stammplatz der Nuffa vor dem Waschhaus aus Aluminium, längsseits, auf 90 cm Wasser. Sabine kocht göttlich, während ich nach Kevin Ausschau halte. Kevin ist ein roter Hafenkater, der jedes Mal an Bord der Nuffa kommt, kriegt er doch stets Gourmet Katzenfutter. Das Menü ist in winzigen goldenen Döschen, es heißt „Gourmet au poulet & au coeur“ oder „à la dinde“ oder „au poisson de l’ocean“. Der Wetterbericht für morgen sieht gut aus, Südwest 3-4, später 5- 6 sind angesagt, und so kommt es auch. Nur einmal macht das Boot plötzlich einen Satz zur Seite, als wir über das einpolige Stromkabel fahren, das ca. 20 Meter unter uns auf dem Grund der Ostsee liegt und den Magnetkompass des Autohelm zum Spinnen bringt. Das Kabel kommt aus Schweden und versorgt Deutschland mit billigem Strom. Kurz darauf hören wir ein Brausen, und eine riesige TT Linie Fähre hält auf uns zu. Während ich unter Deck die Signalpistole checke und Kanal 16 abhöre, fällt die Fähre etwas ab und passiert uns. Es ist die „Peter Pan“. Wir sind in Hochstimmung. Immerhin 7,8 Knoten zeigt der GPS bei der flotten Backstagsbrise an, und die Sonne brennt. Wohin in WARNEMÜNDE? Wir machen erst mal eine Hafenrundfahrt im Alten Strom- alles besetzt. Na gut, dann eben in den neuen Yachthafen HOHE DÜNE. Laut Bericht in der Bootsbörse und der „Yacht“ soll der Hafen längst fertig sein- wir laufen aber eine Bauruine an. Riesig in der Anlage, aber nur ein Schwimmsteg ist fertig. Kein Strom in der Nähe der Box, ich lege über 80 Meter Stromkabel zu einer primitiven Steckdose. Was wären wir ohne Kühlschrank bei mehr als 30 Grad unter Deck! Für 1,10 Euro setzen wir per Fähre über nach Warnemünde und besuchen die Ausstellung „Reinhold Kasten, der letzte Abenteurer“. Kasten war in den 50er und 60er Jahren Kapitän und hat sämtliche Gebiete der Erde bereist, und dabei unglaubliche Souvenirs mitgebracht. Am nächsten Tag geht es weiter, da DARSSER ORT gesperrt ist, müssen wir die ca. 50 Meilen bis BARHÖFT in einem Stück absegeln. Kein Problem beim handigen Südwest 3- 4, aber bei Ost oder stark auffrischendem West 7 - 8 möchte ich nicht vor Hiddensee ankommen. In Barhöft scheint immer noch die Sonne, und wir machen per Heckboje fest. Der im Götakanal gekaufte Nirohaken leistet gute Dienste. Am nächsten Morgen ist Stimmung an Bord, Klubkamerad Gerd Janssen samt Frau und Kinder sowie Michael Arendt ist mit seiner Dehler „Marionette“ im Hafen, die 6 Personen nehmen bei uns einen Brunch. Erstaunlich, dass 8 Personen gleichzeitig am Salontisch essen können.
Gegenüber liegt ein alter Bekannter aus Lübecker Tagen, Kommodore Dettmann vom LYC, mit seinem Hanseat, einer Rennmaschine von Asmus.
Das Wetter hält sich, und so laufen wir am nächsten Tag weiter nach STRALSUND. Ich hasse diese Schwimmstege, auf denen die Vorleinen nach achtern und die Achterleinen nach vorne belegt werden. Außerdem gehen die dünnen, leichten Stege sofort unter, wenn man sie leichtsinnigerweise zum Belegen betritt. Stralsund ist toll. Kein Vergleich mit dem Stralsund von 1990, als ich zum ersten Mal da war und es aussah, wie in der New Yorker Bronx. Jetzt kann man getrost von blühenden Landschaften sprechen. Wir besuchen das eindrucksvolle Meeresmuseum, abends geht’s ins Kino, Harry Potter und der Gefangene von Ascaban. Bei West Bft. 6 geht’s weiter nach GREIFSWALD, herrliches Segeln in den Boddengewässern. Bei halb eingerollter Genua ohne Großsegel und unter Autohelm zwischen 5,9 und 7,6 Knoten! Abends geht’s wieder ins Kino: The Day after tomorrow, ein Zukunftsschocker. Das Kino ist in einem supermodernen Einkaufscenter, alles ist wundervoll restauriert oder geschmackvoll neu. Und diese italienischen Eisdielen! Bei dem guten Wetter muss man ja sündigen.
Nächster Hafen ist KRÖSLIN. Ein riesiger Hafen gegenüber der Raketen Anlage PEENEMÜNDE. In Kröslin treffen wir einen weiteren Teilnehmer der Geschwaderfahrt, Herrn Muth mit seiner Aphrodite 33 Lysholm. Leider hat er Pech gehabt, ein Segel ist ihm zerrissen. Wir sind erschlagen von der Raketenanlage in Peenemünde, unglaublich allein die Vielfalt der im Freien stehenden sowjetischen Flugzeuge. Man muss sich wirklich Zeit nehmen, um alle Relikte zu entdecken. Als wir nach WOLGAST weitersegeln, kommen wir gegen 20.30 Uhr durch die Brücke von ZECHERIN. Sollen wir weiter nach MÖNKEBUDE? Kurz hinter der Brücke mündet die Peene. Ein Fluss, der 20 Meter breit ist, sollte eigentlich genug Wasser für die Nuffa führen. Sollen wir es wagen? Auf der NV Seekarte steht: “Der bis Malchin schiffbare Peenefluss ist bis ANKLAM nicht durch Brücken oder Hochspannungsleitungen begrenzt. Die Solltiefe beträgt 2,50 Meter.“ Auf geht’s! Und wir werden belohnt. Ein traumhaftes Revier. Total unerschlossen. Es wimmelt von Fischreihern, endlose Schilflandschaften, Ruhe, Natur pur. ANKLAM entpuppt sich als Geheimtipp. Vom örtlichen Segelverein sind es nur wenige 100 Meter zum neu erbauten Otto Lilienthal Museum. So ein Museum habe ich noch nie gesehen. Alles zum Anfassen, Flugmodelle, aerodynamische Versuche, wunderbar hell. Ein Highlight.
Beim Stadtbummel kommen wir an einem „Erotik Massage Studio“ vorbei. Auf den ausgehängten Bildern sehen wir einen älteren glatzköpfigen Herrn, der von mehreren hübschen sehr leicht bekleideten Damen massiert wird. Was es alles gibt!
Unser nächster Hafen ist die Lagunenstadt von ÜCKERMÜNDE. Eine riesige Anlage mit Ferienwohnungen und Liegeplätzen, sehr geschmackvoll, strandnah. Jetzt ist der erste Crew-Wechsel angesagt, tränenreicher Abschied von Sabine, und Roger kommt an Bord. Wie fast überall in Ostdeutschland ist auch hier das Hafengeld äußerst moderat, nur 11 Euro für ein 12 Meter Boot. Abends wird ein Formel 1 Rennen im Zelt übertragen. Am nächsten Tag geht’s über die polnische Grenze. Wir segeln am polnischen Wachboot bei Tonne 17 an der deutsch- polnischen Grenze vorbei. Ein Grenzsoldat preit uns an: Wohin wollen Sie? Wir brüllen „Swinoujscie!“, (das heißt Swinemünde) und das war’s auch schon. Wir sollen da auch einklarieren. Doch vorerst geht’s ca. 7 sm durch den „Kaiserfahrt“ Kanal. Es wimmelt von Fischreihern, bei 100 höre ich auf zu zählen. Die Marina SWINOUJSCIE ist ein Hafen, wie ich ihn liebe. Überall mehr als 3 m tief, und Platz ohne Ende. Hafengeld 35 Zloty, knapp 9 Euro.
Die "SCORPJON" in SWINOUJSCIE (Swinemünde)
Abends gucken wir in der Hafenkneipe Fußball TV, vorher habe ich nach dem Wörterbuch „Dwa piwa proschä“ = 2 Bier bitte! bestellt. Übrigens: Von Kappeln nach Swinemünde sind es nur ca. 25 sm weiter als nach Anholt!
Beim Landgang spricht mich ein Zöllner an: Haben Sie schon einklariert? Mensch, glatt vergessen! Am nächsten Morgen machen wir gegenüber fest, zeigen kurz unsere Ausweise und sagen, dass wir zum nächsten Hafen, nach DZIWNOW (BAD DIEVENOW) wollen. Alles o.k. Dziwnow hat zwei Häfen, wir laufen die Marina Polmax an. Ein entzückender kleiner Hafen, kaum nähern wir uns, wird es im Hafen lebendig, mehrere Leute weisen uns einen super Liegeplatz an, verlegen sogar ein anderes Boot für uns, nur damit wir längsseit liegen können. Ich bedanke mich beim Hafenmeister mit einem Fläschchen Pikkolo Sekt. Ein Gruß aus Deutschland! Er lädt uns zum Abendessen am Steg ein. Ein leckeres Fischgericht. Wir lassen uns nicht lumpen und werfen die erste Flasche Rosé auf den Markt. Hafenmeister Lolo kontert mit der ersten Wodkaflasche. Wie soll das bloß enden! Na wie schon. Den Wodka gibt’s aus Zahnputzgläsern, schnell ist er alle, wir holen die nächste Literflasche Rosé. Mit dabei Antarktissegler Wuja und Lolos Gastarbeiterin Tatjana, eine bildschöne Russin. Sie ist angeblich 40 Jahre alt, sieht aber aus wie 25. Sie besorgt den Haushalt. Später kommt nach Lolos Sohn Leszek dazu, der als Safety Guard arbeitet. Später sollen wir noch jede Menge Berufskollegen von ihm sehen, Polen wimmelt von privaten bewaffneten Wachleuten. Als die zweite Wodkaflasche leer ist, muss Roger Whisky von Bord der Nuffa holen. Der nächste Morgen lässt sich nur unter der ausgezeichneten Dusche im Waschhaus überstehen. Wie überall in Polen kann man duschen so lange und so heiß oder kalt man will. Dann geht’s nach KOLOBRZEG (KOLBERG). Beim Einlaufen in den Hafen klariere ich per UKW Kanal 12 ein (this is Nuffa, two persons from Dziwnow), und das war’s auch schon. Kolberg ist eine moderne Großstadt- hier bleiben wir erst mal. Wir kriegen einen super Platz und machen einen Stadtbummel.
Auf der Straße spricht mich ein altes Mütterchen an:“ Kolberg? Deutsch? Ich habe zwei Kinder!“ Sie weint. Ich gebe ihr ein paar Zloty. Sie bedankt sich überschwänglich und küsst meine Hände. Peinlich. Aber woher wusste sie, dass wir Deutsche sind? Das habe ich mich auf der Reise noch oft gefragt, erst in Danzig erfahren wir es. Direkt am Hafen ist eine Freilichtbühne, fast jeden Abend Live Musik und Tanz, dazu geräucherte Leckereien. Das Wetter ist immer noch allerbest, sonnig, allerdings weht es aus West mit Bft. 6 - 7. Also bleiben wir noch einen Tag und kaufen mal in einem polnischen Supermarkt ein. Das Angebot ist in etwa wie bei uns, natürlich zu halben Preisen.
Dann geht’s nach USTKA (STOLPMÜNDE), Kappelns Patenstadt. Draußen steht eine tierische Dünung, aber unsere Standard-Besegelung (halb ausgerollte Genua) beschert uns 7 kn, dazu regnet es zum ersten Mal. Egal. In Ustka die Überraschung: Es gibt keinen Sportboothafen. Entweder wir liegen ungeschützt an der Ostseite, oder wir laufen gegenüber in den Fischerhafen ein. Das tun wir auch, mehrere nette polnische Segler weisen uns ein, wir dürfen längsseits an einem anderen Boot liegen. Der Ort ist zauberhaft, Kochen an Bord ist wie überall in Polen sinnlos, weil es jede Menge preiswerte Restaurants gibt. Wir entscheiden uns für eine Pizza, serviert von einer unglaublich hübschen Polin. Beim Frühstück am nächsten Morgen haben wir den Danzig Geschwaderfahrer Elmar von der Skorpion zu Gast. Elmar ist ein beinharter Einhandsegler aus Missunde und seit Kolberg dabei. Er gehört zu den neun Seglern, die nach Polen wollen.
Die "SCORPJON" vor Polens Küste
Unser nächster Hafen ist LEBA (sprich: Lebba), Polens modernste Marina. Als wir einlaufen, zelebriert gerade der Bischof eine Messe an der Hafeneinfahrt. Im Hafen ein Riesenauflauf, der polnische Ministerpräsident hält eine Rede. Es wimmelt von Securities. Abends ist Hafenfest angesagt, der Bischof und der Präsident sind verschwunden, dafür Tanz bei brüllend lauter Rockmusik. Im Hafen gibt es jede Art der Versorgung, natürlich Wasser und Strom am Liegeplatz, super Duschen, Wasch-maschinen und Trockner, ein Postamt, Restaurants, Tankstelle usw.
Der Wetterbericht auf Deutschlandfunk für den nächsten Tag verheißt nichts Gutes: West 6, Böen 8 soll es geben. Wir laufen trotzdem aus und erleben Bft 2 aus NNE. Nun ja, man weiß ja, es bleiben mehr Boote wegen falscher Wetterberichte als wegen Sturm im Hafen. Wir versuchen es zuerst hoch am Wind, aber die Nuffa ist eine Vorwindschüssel und nicht fürs Höhe kneifen gemacht, also Maschine an!
Auf halber Strecke erscheint hinter uns eine riesige Gischtwolke. Es ist der Danzig-Segler Fritz Schmale aus Schleswig mit seiner Bonnie, einem PS starkem Motorkreuzer. Begleitet wird er von Fredi Raup und Frau. Sie wollen weiter nach HEL, während wir vorher in WLADISLAWOWO (GROSSENDORF) einlaufen.
SASAB - zehn Männer – zehn Jahre.
2004 - Die Reise nach Avernakö
Geträumt haben wir von Marigot Bay, Tobago Cays, Union Island, Charlestown Bay, Bequia, Soufrier, und Rodney Bay – erlebt haben wir Schleimünde und Avernakö – sehr schöne Tage und Stunden unter Beteiligung aller SASAB Mitglieder.
Aber der Reihe nach. Zum 10-jährigen „Jubiläum“ im Dezember 2003 trafen sich 7 Mitglieder zum alljährlichen Umtrunk im Stützpunkt Brodersby und die Idee wurde geboren in 2004 eine SASAB Revival-Tour in die dänische „Südsee“ zu unternehmen. Der Termin wurde auf das Wochenende 17. – 19. September 2004, mit Ziel Avernakö festgelegt.
Mit den eigenen Schiffen, „ENKELSTERTEN“ – „SCHIETER“ – „LONGMANHAPPY“ hatten wir ausreichend Kapazität um aller 10 Mitglieder unterzubringen.
Bernd und Mucke opferten einen Urlaubsabend und liefen in den Sommerferien Avernakö an und organisierten im Hafencafé bei Esther Essen und Trinken für Sonnabend den 18. Sept.
Die SASAB-Jungs in Schleimünde
Die Flotte traf sich am Freitag Nachmittag in Schleimünde und wie es schon Tradition ist, wurde der Sundowner auf der Seeterrasse genommen, gefolgt von einem gemeinsamen Abendessen in der Giftbude. Dank an dieser Stelle an Robert, der die gesamte Zeche übernommen hat – (hätte nicht nötig getan war aber eine tolle Geste nachdem Du uns im Dezember versetzt hattest...) Den Absacker gab es an Bord der „longmanhappy“ für 10 Personen mit Skipper im Service, eng aber gemütlich.
Am Sonnabend war Auslaufen für 10.00 Uhr angesetzt, und mit leichten Verzögerungen ging es auf die 24 sm Reise bei SW 4-5 Bf. - ein schneller Ritt. Der Nachmittag auf Avernakö stand zur freien Verfügung und wurde unterschiedlich genutzt – um dann pünktlich um 18.00 Uhr zum Abendessen zu gehen. Auf dem Speiseplan stand Schollenfilet, Salzkartoffeln mit Petersiliensauce sowie Apfelkompott mit Schlagsahne und Eis.
Getrunken wurde Fassbier, Rotwein und **AKKAVIT**
1. Sponsor Malte / 2. Sponsor Bernd + Walter
Die Preise auf Avernakö waren denen in der Karibik sehr ähnlich und somit für uns keine Überraschung…(?). – Dazu kein weiterer Kommentar. Wir haben gut und reichlich gegessen, getrunken und in freundschaftlicher Runde einen tollen Abend verbracht. Zum Absacker an diesem Abend hatte Hannes T. auf die „ENKELSTERTEN“ geladen und die gesamte SASAB-Mannschaft großzügig bewirtet. Walter T. hatte für Sonntagabend auf die „SCHIETER“ geladen, leider hatten 80% der Teilnehmer Terminschwierigkeiten und konnten die nette Einladung nicht annehmen.
Sonntag, 19. September, Esther bringt frische, warme Brötchen und nach reichlichem Frühstück stechen „ENKELSTERTEN“ und „longmanhappy“ um 09.00 Uhr wieder in See mit dem Ziel Missunde. Wetter und insbesondere der Wind sind uns gnädig, Anlieger auf Schleimünde bei SW-W 4. „longmanhappy“ passiert um 13.15 Uhr den Leuchtturm und ist um 17.00 Uhr fest in Missunde. Die „ENKELSTERTEN“ folgt um 18.00 Uhr.
(Hannes legt Wert auf die Feststellung, dass er auch erst eine Stunde später ausgelaufen ist! – Anmerkung der Redaktion! )
Den Abend verbringen wir gemeinsam mit unseren Frauen bei einem Abendessen im Fährhaus. - Bernd und Walter melden sich aus Sonderburg.
Es war ein schönes, maritimes und harmonisches Wochenende!
„SASAB Skal„ – auf die nächsten zehn Jahre – bleibt schön gesund!
September 2004
Claus Bischoff
Die "Quintessa",
auch 2004 auf Herrentörn!
In der Ausgabe 3/2004 der „Yacht“ befasst sich der Leitartikel mit den so genannten Männer-Törns: Lange Nächte, lange Reisen, warum echte Kerle auf See am liebsten unter sich bleiben. Einmal in der Saison ohne Frauen in See stechen – eine lieb gewordene Tradition oder Fluchtmöglichkeit!?
Auch wenn der Autor bei seinen Recherchen vielleicht insbesondere Chartercrews ins Visier nahm und sicherlich bewusst überzeichnet hat, so habe ich die Artikel mit einem befriedigendem Schmunzeln gelesen. So treffen manche Beweggründe und Verhaltensweisen in abgespeckter Form während einer auf wenige Tage begrenzten Segeltour unter Männer im kleinen Kern zu. Auch meine Frau hat bei diesem Literaturstudium bei einigen Passagen herzhaft gelacht und vielleicht bei vielen anderen auch nur geschmunzelt.
Diesen Bericht aus der Yacht habe ich nun vor unserer seit Jahrzehnten schon regelmäßig durchgeführten Männer- oder Herrentour den übrigen Crew-Mitgliedern zum Studium gegeben als evtl. Basis für unsere diesjährige Tour. Die erste Frage war nun: Sollten wir weiterhin „Herrentour „ oder jetzt „Männertour“ sagen? Und sollten wir auch unsere liebgewordenen Verhaltensweisen ändern?
Der folgende Logbuchauszug – geschrieben vom einem Crew-Mitglied – gibt in erfrischender Weise Aufschluss darüber.
Eike Schmidt
Herrentour 2004
5. – 12. Juni
Dieses Jahr wird alles anders! Das fängt damit an, dass wir nicht im Spätsommer, sondern nun im Juni segeln, weil der August für größere Festlichkeiten frei bleiben muss. Anders ist auch, dass wir uns am Samstag, den 5.Juni, nicht am Boot treffen, sondern bei Hanne und Eike in ihrem wunderhübschen Ferienhaus.
Pünktlich mit unserem Törn-Start kommt die Sonne. Wir sitzen auf der Terrasse im Grünen. Hanne hat einen tollen Lunch mit frischestem Fisch zubereitet. Beim anschließendem Kaffee kommt uns der Einfall, doch einfach die Woche über hier zu bleiben und uns verwöhnen zu lassen. Doch Hannes entsetztes Gesicht – vier Männer die ganze Woche über – belehrt uns, dass wir ja zum Segeln gekommen sind. Also nehmen wir Abschied, klaren das Boot auf und legen gegen 15.00 Uhr im schönen Missunde ab.Dieses Jahr soll alles anders werden! Eike hat uns ja einen Artikel aus der Yacht vorgehalten, der das Segeln von „Männer-Crews“ beschreibt. Wenn wir das auch sein wollen, müssen wir Tag und Nacht segeln, die Stürme suchen, uns nicht waschen, nur über Sex reden, saufen und überhaupt richtig kernig sein.Wir fangen auch gleich an und rasen zur ersten Brücke (Lindaunis), passieren sie und beschließen, das hart sein noch zu verschieben. Bei schönstem Wetter daddeln wir zur nächsten Brücke (Kappeln), trinken Kaffee, essen Birgits leckeren Kuchen– verfeinern ihn mit einem Schuss Rum – und unterhalten uns so angeregt (völlig unmännlich), dass Christoph das Boot in den Schlick setzt. Dank Eikes Erfahrung wieder flott, geht es über Kappeln nach Schleimünde. Hier ist es voll, wir bekommen aber einen Platz in der dritten Reihe. In der Abendsonne essen wir, trinken ein wenig Wein und sind um 23.00 Uhr in den Kojen.
6. JuniDieses Jahr wird alles anders. Bereits um 7.40 Uhr steht Christoph als erster auf (sonst immer als letzter), weil er einfach ausgeschlafen hat. Wann hat es das je gegeben? Gemütliches Frühstück, letzter Landgang und Start gegen 10.00 Uhr. Zum Glück schlafen die Crews der anderen Boote noch länger.Wind 3 Bft. aus West, Himmel bedeckt aber trocken. Wir nehmen Kurs auf die Nordspitze von Aarö, machen gute Fahrt, also optimale Bedingungen für eine Männer-Crew zum Eingewöhnen. Doch statt diese jetzt in echter Seemannschaft alles aus dem Boot herausholt, melden sich Rainer und Jörn schon um 11.00 Uhr ab in ihre Kojen. Ob es die Überanstrengung der letzten Arbeitstage ist oder die frische Luft oder gar die Seekrankheit, ist ihnen egal. Sie schlafen bis in den Nachmittag, verpassen den Kurswechsel nach SSE, das Setzen des Schmetterlings, sogar wieder die Sonne. Doch rechtzeitig zum Einlaufen in Drejö sind alle wieder dabei.Drejö ist eine kleine hübsche Insel, auf der wir noch nie waren. Sehr gepflegt, mit Informationshäuschen am Hafen, in dem u. a. um zusätzliche Bewohner (es gibt 70 davon) geworben wird.Nach schönem Spaziergang durchs Dorf und um die halbe Insel startet Eike den Grillabend, während zwei Dänen zu unserer Bewunderung in der Ostsee baden. Wir sind gut verpackt wegen des Windes, aber in der Abendsonne genießen wir gute Steaks vom Schlachter Hansen, Würstchen, Kartoffel und Tomaten sowie guten Rotwein. Der arme Jörn, der einen maroden Zahn hat, kann nur Würstchen essen.Zum Abschluss wird an Bord eine Runde gespielt mit dem von Jörn spendierten neuen Spiel „Ostseereise“, zwar sehr lehrreich – jetzt wissen wir endlich, wo wir immer segeln – doch zu intellektuell für die Männer-Crew. Ab Morgen wieder Skip-Bo oder höchstens Kniffel. Gegen 23.30 ab in die Kojen.7. JuniNur weil dieses Jahr alles anders werden soll, muss man ja nicht alle lieb gewonnenen Gewohnheiten und sinnvollen Erfahrungen vernachlässigen. Darum bekommt die Reihenfolge des Aufstehens heute wieder ihre normale Ordnung – Jörn als erster, Christoph als letzter – und darum nehmen wir erst einmal Kurs auf Svendborg. Das ganze bei schöner Sonne und achterlichem SW-Wind mit Schmetterling, so schön und ruhig, dass Rainer ein Nickerchen hält.Gegen 12.30 Uhr in Svendborg läuft das übliche Ritual ab: Landfein machen, Einkaufstaschen schultern, Geld aus dem Automaten ziehen, bei Kwickly die lange Liste abarbeiten, mit einem Eis durch die Fußgängerzone schlendern, im Geschenkeladen eine dänische Knoblauchpresse kaufen. Dann doch etwas anderes: Hanne hat Christophs Lieblingsaschenbecher wegen – erwiesener – Hässlichkeit entsorgt. Also ersteht die Mannschaft einen neuen Designer-Aschenbecher (war ein Sonderangebot).Den Abschluss bildet wie immer ein ausführlicher Besuch von Bendixens Fischhandel und ein Fisch-Lunch an Bord, immer noch bei warmer Sonne.Dann gegen 14.30 Leinen los, mit Motor (wir sind zu faul für dauernde Wenden) durch den schönen Svendborg-Sund und dann Segel setzen in der offenen Ostsee. Wieder guten Wind schräg von achtern. Die Mannschaft schläft nach dem anstrengenden Zwischenstopp oder döst in der Sonne, bis plötzlich ein paar Regentropfen alle aufscheuchen. Beim Einlaufen in Lundeborg erwischt uns ein kleiner Schauer, doch später wird es wieder schön.Heute kocht Rainer, der darum auf den Spaziergang verzichtet, alles mit Mühe und Liebe vorbereitet und uns dann mit einem perfekten Dreigang-Menü verwöhnt: Avocado mit Krabbensalat, Zanderfilet mit Kartoffeln, Erdbeeren mit oder ohne Flöde! Wohlig gefüllt verzichten wir auf anstrengende Spiele, unterhalten uns bei gutem Wein und sinkender Sonne und gehen gegen 22.40 Uhr schlafen.8. JuniWarum soll eigentlich dieses Jahr alles anders sein? Müssen wir Stürme suchen und Meilen fressen, wo doch so schön die Sonne scheint und ein sanfter SW-Wind einlädt, gemütlich zu frühstücken und dann in aller Ruhe den großen Belt zu queren? Wir sind schließlich keine Männer-Crew, sondern eine Herren-Crew. Also handeln wir auch so und segeln bei achterlichem Wind praktisch mit einem Schlag ca. 25 Meilen nach Vejrö im Smaaland-Gewässer. Hier liegt nur ein Boot, als wir gegen 16.00 Uhr ankommen, und auch später kommen nur wenige dazu. Während Christoph einen Nachmittagsschlaf macht und dann mit den Kochvorbereitungen beginnt, machen die anderen einen langen Spaziergang über diese schöne Insel bei herrlichem Sonnenschein. Sie berichten von Rehen, Hasen, Möwen- und Schwannestern. Nur die vielen Beeren und das Obst auf den Bäumen sind noch nicht reif. Dafür gibt es an Bord „Tunesischen Lammtopf“ nach Tomatensalat und vor Rote Grütze, was allen sehr gut schmeckt. Dazu natürlich wie immer guten Wein. Sehr spät erst müssen wir die Kapuze (Kuchenbude) aufziehen, weil die Abendsonne immer noch wärmt. Auch beim Kniffel-Spiel stellt sich schnell das „Alles ist wie immer“ ein, d. h. Rainer und Eike gewinnen. Gegen 23.30 Uhr erst ins Bett.
9. JuniSollte es dieses Jahr doch anders sein? Gegen 7.00 Uhr fängt es an zu regnen, bläst gewaltig aus SE und läßt uns bis 8.30 Uhr in der Koje liegen. Das haben wir in den letzten Jahren noch nie gehabt. Doch noch während des Frühstücks hört der Regen auf und es wird heller, und als wir gegen 10.30 Uhr auslaufen, scheint schon wieder die Sonne. Der Wind aber bleibt, so daß wir bei 4-5 Bft. wunderbar vor dem Wind zurück gen Westen segeln. Schöner kann es nicht sein.Gegen Mittag bezieht es sich und briest auf. Pfeilschnell kreuzen wir den großen Belt, umrunden die Nordspitze von Langeland und laufen dann mit halben Wind und kräftiger Lage (was Jörn und Rainer nicht vom ausgiebigen Schläfchen abhält) nach Süden. Wenigstens ein Stück Männercrew-Segeln. Vor der Einfahrt in den Svendborg-Sund überholen wir sogar eine schnellere Yacht (indem wir die Tonne schnippeln) und segeln dann mit 4-6 Knoten über Grund durch den Svendborg-Sund – trotz kräftigem Gegenstrom. Das macht so viel Spaß, daß wir sogar auf das Einkaufen in Svendborg verzichten (außerdem regnet es ein wenig und wir brauchen auch gar nichts).Gegen 18.00 Uhr dann fest auf Skarö, einer kleinen Insel, die selbst Eike noch nie betreten hat. Wir sind und bleiben tatsächlich ganz alleine im Hafen. Zum Abendessen gibt es das berühmte Chili-con-Carne von Jörn, das wir nach dem langen Segeltag mit Heißhunger – und weil es auch noch gut schmeckt – verdrücken. Bei leichtem Nieselregen spielen wir unter der „Gartenlaube“ noch eine Runde Kniffel (dreimal raten, wer gewinnt).10 JuniÜber Nacht ist der Wind auf West gedreht und hat die Wolken mitgenommen. Als wir um 8.20 Uhr (!!) aufstehen, lacht die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Das Frühstück wird ausgiebig und länger als sonst. Wir haben ja nicht viel vor, sondern Urlaub. Somit folgt erst einmal ein Inselrundgang. Ein Dorfteich und einige schöne malerische Häuser laden zum Verweilen ein. Auch die einheimische Herren-Dorfrunde lässt es sich bereits am Vormittag gut gehen. Erst gegen 12.00 Uhr Leinen los.Da der Wind nun von vorn kommt, müssen wir kreuzen. Aber da wir keine weite Strecke vor uns haben und die Sonne scheint, macht das Spaß. Nur Rainer muss ein paar Mal seinen Mittagsschlaf unterbrechen und die Salonseite wechseln, wenn er bei der Wende aus der Koje rollt. Es ist doch sehr wie jedes Jahr: Jörn, eigentlich am Ruder, will nur eben mal einen Pullover holen und kommt erst eine Stunde später beim Anlegen aus seinem Vorschiff. Auch Christoph schläft eine Runde auf dem Achterdeck und selbst Eike nimmt einen kleinen „Nap“.Gegen 16.00 Uhr sind wir im Hafen von Lyö, trinken einen langen Anlegerkaffee, beobachten die Besatzungen der anderen, meist deutschen Boote: ein Vater, der mit den kleinen Töchtern im Beiboot rumschippert, Ladies, die ihren sorgfältig geschorenen Pudel ausführen, junge Damen, die in anmutigem Gang permanent vom Oldtimer an der Hafeneinfahrt zum Waschhaus und zurück flanieren (wir sind uns nicht einig, warum)...Ein ausgiebiger Spaziergang führt uns durchs Dorf, an der Eisbude vorbei zum Hügelgrab und zurück, mit immer wieder neuen schönen Aussichten auf das Meer, die Nachbarinseln oder die Südküste von Fünen. Um 19.00 Uhr wieder an Bord zaubert Jörn die leckeren Bratkartoffeln, zu denen wir den letzten Räucherfisch und Sauerfleisch essen. Das Abendessen in der untergehenden Sonne im Cockpit ist schöner als jeder Restaurantbesuch. Bei viel Weißwein klönen wir noch lange über dies und das, lamentieren ein wenig über die Ungerechtigkeiten der Welt und wissen dabei doch sehr wohl, wie gut wir es haben. Erst nach 24.00 Uhr schlafen alle.
11. Juni„Schon“ kurz vor 8.00 Uhr Aufstehen. Der Himmel ist diesig grau, der Wind kommt aus SW, also direkt aus unserer Zielrichtung. So sitzen wir ab 10.00 Uhr alle im Cockpit im Windschatten, motoren, lassen Johann (Autopilot) steuern, lesen ...... – bis plötzlich die Sonne herauskommt, wir den Kurs ändern und segeln können. Nur mit der Fock hoch am Wind, der wirklich kräftig bläst, rauschen wir gen Süden. Über uns Sonne, dann wieder ein wildes Wolkengebräu, doch kein Regen. Wasser nur ab und zu von vorn. Selbst in der Schlei noch viel Wind, doch ruhig genug für einen kleinen Imbiss „Heiße Tasse“ und Kaffee. Gegen 16.00 Uhr machen wir in Arnis fest. Nach einem Spaziergang um den malerischen Ort und einer ruhigen Schwatz- und Schaustunde (was sich so alles tut am Freitagnachmittag in einem großen Yachthafen) zaubern Jörn und Eike das letzte Bordmenü: Würstchen und Spaghetti Napoli (per Handy von Hanne unterstützt/gelenkt, was das Würzen anbelangt). Wieder sitzen wir bis zum Sonnenuntergang im Cockpit, reden, spielen Kniffel (Eike und Rainer gewinnen natürlich) und trinken Weißwein. Es ist noch hell, als wir um 23.00 Uhr in die Kojen gehen.12. Juni
Schon um 7.30 Uhr aufstehen, weil wir um 9.30 Uhr ablegen wollen. Beim Frühstück fängt es plötzlich kräftig an zu regnen. Sollten wir nach einer fast trockenen Woche noch nass werden? Nein, exakt um 9.30 Uhr wieder Sonne. Auf geht's zur letzen Etappe. Ja, nun war die Woche doch wie jedes Jahr: Keine Meilen gefressen, keine Rennen gewonnen, keine Gespräche über Sex, kein Fetzen untereinander. Dafür viel Sonne, guten Wind, sehr gutes Essen und Trinken, viel Schlaf (unterschiedlich verteilt), gute Gespräche, schöne Spaziergänge und vor allem tolles Segeln. Gar nichts war anders dieses Jahr – und das ist gut so!
Dr. Christoph von Rotkirch